Morgenroutine für Künstler *innen

Jul 18, 2022

Du kannst dir diese Folge auch hier und auf Spotify als Podcast anhören.

Morgenroutinen sind in aller Munde. Sie helfen dabei, den Tag einzuleiten, sich in einen positiven Zustand zu bringen und auf alle anstehenden Tätigkeiten vorzubereiten. Insbesondere Künstler*innen profitieren von Morgenroutinen. Die wiederholten Handlungen helfen dabei, bei sich selbst anzukommen, die Kreativität anzufachen und Ideen sowie Pläne umzusetzen. Auch kann eine Morgenroutine dabei helfen, kurz- mittel-, sowie langfristige Ziele anzugehen und zu erreichen.

Du willst mehr über dieses vielseitige Thema erfahren und möchtest dir deine eigene Morgenroutine zusammenstellen? Dann wirst du in diesem Artikel fündig werden!

Sinn und Zweck einer Morgenroutine für Künstler*innen

Als Erstes wenden wir uns einmal dem Sinn und Zweck einer solchen Routine zu. Warum das Ganze? Eine Morgenroutine kann, wie bereits angedeutet, sehr unterschiedliche Funktionen erfüllen. Diese habe ich einmal auf 9 verschiedene Bereiche heruntergebrochen, die ich dir einmal anhand der nachfolgenden Grafik vorstellen möchte.

Du siehst also, dass die Funktionen von Morgenroutinen vielfältig sind und daher sehr individuelle Gestaltungsmöglichkeiten bieten. Das kann vielleicht erstmal überfordernd sein, doch keine Angst – die Erstellung deiner eigenen Morgenroutine gehen wir im Laufe des Artikels gemeinsam an. Werfen wir jetzt erstmal einen Blick auf die unterschiedlichen Methoden, mit denen man sich eine Routine zusammenstellen kann. Diese sortiere ich entsprechend der genannten Gründe (beziehungsweise Bedürfnisse). Überlege dir beim Lesen, was für dich infrage kommen könnte.

1. Körperliche Verbundenheit mit dir selbst

Morgenroutine-Übungen, bei denen du deinen Körper gezielt bewegst, helfen dir dabei, dich zu spüren, bei dir selbst anzukommen und dein Bewusstsein auf deinen gesamten Körper auszuweiten. Dieser ist ja nunmal das „Instrument“, mit dem du arbeitest. Das klingt vielleicht etwas spirituell, doch als ausgebildete Yogalehrerin kann ich dir bestätigen, dass du sehr viel lebenspraktischen Nutzen aus kleinen Dehnungsübungen auf der Matte ziehen kannst.

Yoga ist also meiner Meinung nach eine sehr gute Methode, um dich mit deinem Körper in Verbindung zu bringen. Ich finde es sinnvoll, sich ein wenig durchzuprobieren, um herauszufinden, welcher Yogastil und welches Tempo zu dir passt. Für Einsteiger*innen und Fortgeschrittene kann ich die Youtubevideos von Adrienne sehr empfehlen. Wer es langsam mag, kann mal nach Yin Yoga suchen. Bei Bedarf könnte ich vielleicht auch mal ein eigenes Yogavideo, zugeschnitten auf das Thema Kreativität und Kreativitätsblockaden abfilmen und hochladen. Wenn Interesse besteht, schreibts mir in die Kommentare, dann überleg ich mir das 😉

Wer mit Yoga allerdings nicht so viel anfangen kann, für den*die eignen sich auch andere Sportarten gut, die schnell und unkompliziert umsetzbar sind. Das wären beispielsweise Tätigkeiten wie Joggen oder Home Workouts, aber auch Dinge wie Seilspringen, Trampolinspringen oder Tanzen. Letzteres eignet sich auch super, um in richtig gute Stimmung zu kommen. Einfach einen Funkklassiker wie diesen hier unten anschmeißen und wild durchs Zimmer dancen. Spaß und „sich die Dinge so schön wie nur möglich machen“ sind ohnehin meine Geheimempfehlungen für eigentlich jede Lebenslage.

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2. Innere Klarheit

Manchmal ist der Kopf voll von wirren, ablenkenden oder auch destruktiven Gedanken, die einen nicht weiterbringen, sondern uns vielmehr in unserem Handeln blockieren. Eine effektive Methode, um das Chaos im Kopf zu beseitigen, ist das Schreiben von Morgenseiten. Hierfür setzt du dich an deinen Schreibtisch, nimmst dir Schreibpapier zur Hand und schreibst 3 Seiten voll, ohne den Stift dabei abzusetzen. Alles, was dir in den Sinn kommt, landet auf dem Papier, selbst wenn es der größte Bullshit und nicht zusammenhängend ist. Eine genauere Anleitung zur Übung habe ich hier per Video aufgenommen.

Die Morgenseiten helfen dir dabei, deinen Kopf freizubekommen, von allem, was da lauert und sich gedanklich aufdrängt. Auch eignen sie sich hervorragend, um in einen Zustand des Schaffens (und nicht des Zerdenkens) zu kommen. Sie lassen sich super in die Gestaltung deiner Morgenroutine integrieren! Du benötigst nichts als etwa 15-20 Minuten Zeit und etwas zum Schreiben.

Ich habe mir für meine Morgenseiten extra ein eigenes Buch angeschafft, dass immer griffbereit auf meinem Schreibtisch steht. Ich habe jetzt schon 3 Bücher vollgeschrieben und kann die Übung daher aus persönlicher Erfahrung wärmstens empfehlen. Das Buch, das ich benutze und definitiv weiterempfehlen kann, findest du hier.*

Meditation

Meditation gilt als bewährte Fokussierungsmethode. Sie lässt sich gut in die Morgenroutine integrieren.

Neben den Morgenseiten gibt es natürlich noch weitere Methoden, die dir dabei helfen können, Klarheit und Ordnung in dein Inneres zu bringen. Meditation ist ein klassisches Mittel, das vielen Menschen hilft, sich innerlich zu fokussieren. Das geschieht dadurch, dass man bei in der Meditation lernt, sich innerlich permanent auf den eigenen Atem zu konzentrieren. Das ist schwerer als gedacht! Es liegt in der Sache der Natur, dass wir Menschen dazu neigen, irgendwann innerlich abzuschweifen und den Fokus zu verlieren. Durch das beständige Zurückfokussieren auf den Atem kann man jedoch lernen, auch im Alltag bei der Sache zu bleiben. Auch kann man durch Meditation üben, ablenkende Gedanken an sich vorbeiziehen zu lassen.

Für deine Morgenroutine könntest du dir überlegen, eine 5, 10 oder 15 minütige Sessions einzubauen. Empfehlen kann ich dir die kostenlose App Meditation Timer, mit der du selbstständig Dauer, Klänge und Zeitintervalle (beispielsweise einen Gong zur Erinnerung, dich weiterhin auf deine Atmung zu fokussieren) einstellen kannst. Du findest sie zum Download in deinem App-Store.

3. Klare Zielsetzung und Entwicklung von Strategien

Der Ziellose erleidet sein Schicksal – der Zielbewusste gestaltet es.

Immanuel Kant , deutscher Philosoph

Zu wissen, wo es eigentlich hingehen soll, ist überaus wichtig für deinen Erfolg als Künstler*in oder Kreativschaffende*r. Wenn du genau weißt, was dein Ziel ist, kannst du deinen Weg dahin in kleine Schritte und Meilensteine herunterbrechen und die Dinge mit Planung und Strategie angehen. Doch häufig wissen wir gar nicht so genau, was wir eigentlich wollen. Es fällt schwer, den Wunschzustand in konkrete Worte und Bilder zu fassen und ihn wirklich greifbar zu machen – doch genau das ist wichtig, um überhaupt Gefühle der Machbarkeit und Motivation zu gewinnen.

Genau zu diesem Zweck gibt es zahlreiche Methoden, die dabei helfen, klare Ziele, Pläne und Vorstellungen zu entwickeln. Für die Morgenroutine eignen sich natürlich eher kleinere Formate (wie das Aufschreiben von Tages-, Wochen-, und Monatszielen), die man beispielsweise in einem Bullet Journal anlegen kann. Tipps zur Gestaltung eines eigenen Bullet Jornals findest du in diesem Buch. Ich selbst nutze aktuell kein Bullet Journal, sondern arbeite mit der Desktop- und Endgeräteapp Notion. Für mich als Mama zweier junger Kinder ist das noch leichter in der Anwendung, da man kann von allen Geräten auf seine Daten zugreifen, schneller mal wieder was abändern und alles (so wie im Bullet Journal auch) so individuell gestalten kann, wie man es braucht.

Coaching

Tiefgreifendere Methoden neben diesen Möglichkeiten sind beispielsweise professionelle Coachings, die dabei helfen können, ein ganz klares Bild von sich und seinem Ziel im Wunschzustand zu bekommen. Dieses wird in einer angeleiteten Halb-Hypnose in Zusammenarbeit mit Coachee und Coach herausgearbeitet. Wie wir bereits wissen ist dieses Verfahren sinnvoll, weil deine Ziele umso realistischer sind, je deutlicher du sie sehen, fühlen, hören, schmecken und riechen kannst. Eine Coachingsession lässt sich üblicherweise natürlich nicht mal eben in die Morgenroutine einbauen, aber: Du kannst das, was du in einer solchen Session erarbeitest hast, sehr wohl in deiner Morgenroutine verwenden und verstärken.

Ich arbeite beispielsweise mit sogenannten Ankern, die dir dabei helfen, deine Ziele klar zu sehen und dich schnell in kraftvolle Zustände bringen, in denen du deine Pläne und Ziele erfolgreich umsetzt. Konkret heißt das, dass ich dich dabei unterstütze, klare und sinnliche Wunschvorstellungen zu gewinnen und stark positive, emotionale Zustände in dir hervorzurufen, die dich ins Tun bringen.

Diese werden an bestimmte Sinnesreize, Gegenstände oder von dir ausgedachte, visuelle Symbole gekoppelt und können in einer Morgenroutine immer wieder ritualisiert hervorgerufen und aktiviert werden. Diese arbeiten wir gemeinsam in einer Coaching- oder Hypnosesession aus. Wenn du Interesse an meinem Angebot hast, schau dich gerne einmal hier um.

Ansonsten kann man auch bestimmte Coachinglektüre nutzen, um gezielt und strategisch bezüglich eines bestimmten Ziels voranzukommen. Man sollte hierbei darauf achten, dass man nicht nur bei der Theorie bleibt, sondern auch tatsächlich in die Umsetzung geht. Bücher die ich empfehlen kann, findest du bald hier.

4. Effektivität beim kreativen Schaffen und das Erreichen eigener Ziele

Wenn du weißt wo es lang geht, kannst du dich nicht so leicht verzetteln…

Wenn du genau weißt, wo du hinwillst, wirst du deine Ziele, wie bereits angedeutet, in Meilensteine und Zwischenziele unterteilen können. Hierfür überlegst du dir, wann du dein Ziel erreicht haben willst und terminierst dann zeitlich gesehen rückwärts alle nötigen Zwischenschritte.

Beispielsweise könnte das so aussehen:

Du möchtest bis zu einem gewissen Tag X deine neue Bilderserie, dein nächstes Album oder dein Buch fertiggestellt haben. Überlege dir hierfür einen Zeitpunkt der dir machbar erscheint, ohne dich selbst zu sehr unter Druck zu setzen – aber auch ohne, dass du dein Vorhaben länger als nötig aufschriebst. Überlege dir dann die nötigen Zwischenschritte und terminiere diese ebenfalls. Lege dann zum Schluss einen ersten machbaren Schritt fest, den du innerhalb der nächsten 24 Stunden umsetzen wirst.

Am besten ist es, wenn du dein Vorhaben von nun an zeitlich in deine Morgenroutine integrierst. Es nützt dir wesentlich mehr, täglich 20 Minuten in die Erreichung dieses spezifischen Ziels zu stecken, als einmal wöchentlich 2 Stunden zu investieren. Nutze außerdem die Gelegenheit und mach deinen Fortschritt sichtbar! Das motiviert zusätzlich ungemein und hilft dir dabei, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, sondern es tatsächlich zu erreichen. So einen Erfolgstracker kannst du dir einfach als eine Liste zum Abhaken vorstellen, die du dir sichtbar an den Schreibtisch pinnst oder in (d)ein Bullet-Journal integrierst.

Disney Strategie

Eine weitere Methode, die das Ganze noch etwas greifbarer und somit effektiver macht, ist die Disney Strategie. Im Coaching verwende ich diese häufig, wenn es um den Traum der Verwicklichung eines kreativen Projekts geht. Hierfür schaust du aus 3 unterschiedlichen Perspektiven auf dein Vorhaben, die du dir auch als Anteile deiner Persönlichkeit vorstellen kannst. Der Lesbarkeit halber verwendet ich in diesem Abschnitt mal das generischen Femininum. 1.) Die Träumerin, 2.) die Realistin und 3.) die Kritikerin.

Der träumende Anteil hat die Aufgabe der Ideenfindung. Diese sollen von der Träumerin in ihrem vollen Potenzial gesehen und geäußert werden. Der realistische Anteil hingegen hat die Aufgabe, die Ideen der Träumerin auf Machbarkeit und mögliche Hindernisse hin zu untersuchen, um Verbesserungsmöglichkeiten zu entdecken. Der kritische Anteil wiederum hat dann die Aufgabe, die Umsetzungsstrategien des Realisten (nicht des Träumers) zu hinterfragen und den Plan zu optimieren. Das Ganze loopt man dann so lange, bis alle Positionen „einverstanden“ sind.

5. Stärkung des Selbstwertes durch deine Morgenroutine

Integriere Dinge, die du genießen kannst, in deine Morgenroutine.

Eine Morgenroutine kann auch aus einem anderen, eigentlich sehr naheliegenden Grund unglaublich bereichernd für dich sein: Du nimmst dir Zeit, um dir selbst etwas Gutes zu tun. Dies hat etwas mit Selbstwertschätzung und Selbstliebe zu tun. In dem du dir erlaubst, dass es dir gut geht und du dir selbst regelmäßig Quality Time einräumst, sorgst du dafür, dass du dein Leben genießen kannst und dich so richtig wohl fühlst.

Wenn du diese Aspekte mehr in dein Leben integrieren möchtest, kannst du dir die folgenden Fragen stellen: Welche Tätigkeiten tun mir so richtig gut? Was mag ich so gerne, dass du es am liebsten täglich tun würde?

Das können ganz unterschiedliche Dinge sein, beispielsweise:

  • ein leckeres Frühstück mit deinen Lieblingszutaten, die dir außerordentlich gut schmecken, gut tun und dir Energie für den Tag schenken.
  • eine leckere Tasse Kakao, Kaffee oder Tee am Morgen, vielleicht sogar in Ruhe auf dem Balkon, im Garten, oder am offenen Fenster getrunken.
  • eine Dusche und eine Skincaresession im Bad
  • das Hören von Musik, die dich in eine für dich positive Stimmung versetzt
  • Bewegung, zum Beispiel Tanzen, Sport, Yoga
  • Lesen, beispielsweise Gedichte, Romane, Sachbücher über Themen, die dich gerade brennend interessieren, Coachinglektüre
  • Spaziergang an der frischen Luft
  • frei Jammen, Singen, Skizzieren, Improvisieren
  • und vieles mehr!

Du weißt selbst am besten, was dir Spaß macht. Und wenn nicht, dann nimm dir jetzt die Zeit, und finde es heraus! Schnapp dir Zettel und Stift und höre nicht eher auf, bevor du mindestens 20 Tätigkeiten zusammen hast, bei denen du Genuss empfindest! Und mit jetzt meine ich JETZT. Sei es dir wert. Dein vielleicht erster Schritt seit langer Zeit zurück in Richtung Selbstliebe und Selbstwertschätzung!

Extratipp: Du kannst deine Liste, mit Dingen, die dir gut tun, jederzeit weiter vervollständigen. Auch brauchst du dich in deiner Morgenroutine auch nicht auf die eine Sache festlegen, sondern kannst dir ein Zeitfenster von beispielsweise etwa 5, 10 oder 20 Minuten täglich reservieren. Hier kannst du dann täglich flexibel entscheiden, wonach dir ist. Auch hierfür ist so eine Liste äußerst hilfreich.

6. Stärkung des Selbstbewusstseins durch Reflexion

Selbstreflexion hilft dir dabei, dich besser zu verstehen.

Dadurch, dass sich das Leben beständig verändert, verändern auch wir uns permanent (auch wenn wir uns dessen meistens überhaupt nicht bewusst sind). Dabei kann es höchst aufschlussreich und spannend sein, ein aktualisiertes Verständnis seiner eigenen Person zu gewinnen! Hierfür eignen sich kleine Reflexionssessions, die man super gut in seiner Morgenroutine integrieren kann. Sie helfen außerdem, bei sich zu bleiben, gute Entscheidungen zu treffen und Krisen vorzubeugen. Reflexionsarbeit hilft, die eignenen Gefühle deutlicher wahrzunehmen, Chancen und Risiken besser einschätzen können und nachhaltig gute Entscheidungen zu treffen.

Bei den Methoden, die sich zur täglichen Selbstreflexion eignen, gibt es altbewährte Klassiker, wie das Schreiben eines Tagebuchs oder Bullet Journals oder auch bestimmte Meditationstechniken. Eine Methode, die mir gut gefällt, ist weniger bekannt: Das Beantworten spezifischer Fragen. Der Fragekatalog, den ich empfehle, stammt von dem amerikanischen Coach Tony Robbins und lautet wie folgt:

Tony Robbins Power-Fragen

  1. Worüber bin ich in meinem Leben momentan glücklich? Was genau löst dieses Glücksgefühl in mir aus? Wie fühle ich mich dadurch?
  2. Wofür begeistere ich mich momentan in meinem Leben? Was genau ist daran begeisternd? Wie fühle ich mich dadurch?
  3. Worauf bin ich momentan stolz in meinem Leben? Was genau ist der Grund für diesen Stolz? Wie fühle ich mich dadurch?
  4. Wofür bin ich in meinem Leben momentan dankbar? Was genau macht mich dankbar? Wie fühle ich mich dadurch?
  5. Was genieße ich in meinem Leben momentan ganz besonders? Was genau genieße ich daran? Wie fühle ich mich dadurch?
  6. Wofür setze ich mich in meinem Leben momentan besonders ein? Was genau ist der Grund für diesen persönlichen Einsatz? Wie fühle ich mich dadurch?
  7. Wen liebe ich? Wer liebt mich? Wie genau drückt sich diese Liebe aus? Wie fühle ich mich dadurch?

Wenn du dir die Fragen regelmäßig (am besten täglich) beantwortest, hat dieses Morgenritual das Potenzial, dein Leben deutlich positiv zu beeinflussen. Dein Selbstbewusstsein („Selbst-Bewusstsein“) wächst, du wirst dir über deine Ressourcen bewusst und auch deine Ziele werden deutlicher und greifbarer. Probiere es aus und lass mich gerne in den Kommentaren wissen, ob das Ganze für ebenso gut funktioniert wie für mich.

7. Erreichen eines schöpferischen Zustandes durch’s Morgenritual

Morgenritual Glühbirnen

Ein Morgenritual kann sehr wirkungsvoll sein, wenn es darum geht, in einen positiven, kreativen und schöpferischen Zustand zu kommen. Denn du kannst nur dann gut aus dir schöpfen und mit dir selbst effektiv zusammenarbeiten (ja, du stehst in einer Beziehung mit dir selbst!), wenn du dich ausreichend mit dir selbst verbunden fühlst. Es geht also darum, deine Beziehung zu dir selbst zu pflegen und zu stärken. Denn – je stärker deine Verbindung zu dir selbst ist, umso mehr Substanz wird dein künstlerisches Schaffen haben.

Das klingt vielleicht alles noch etwas abstrakt. Im Grunde geht es vor allem darum, dich in einen positiven Zustand zu bringen. Je positiver du dich fühlst, umso mehr deiner Stärken, Ressourcen und Potentiale stehen dir zur Verfügung. Du denkst lösungsorientiert (statt dich auf Probleme festzunageln) und erkennst eine größere Anzahl an Handlungsmöglichkeiten, als wenn du dich in einem emotional schlechten Zustand befindest. Doch wie kommt man denn effektiv in einen deutlich positiven, schöpferischen Zustand?

Eine sehr effektive und schnelle Methode ist das Hören von (auf dich abgestimmter) Musik! Welche Musik pusht dich so richtig in einen himmelhochjauchzend guten oder powervollen Zustand hinein? Vielleicht fallen dir ja direkt ein paar Lieder ein, die du dir am besten sofort in einer Playlist (beispielsweise auf Spotify) zusammenstellen kannst. Bei mir wären das beispielsweise die Songs „Bloody Samaritan“ vom Loud Urban Choir, „I Owe You Nothing“ von Sinabo Sey oder so ziemlich jedes Lied von Missy Elliott.

Dankbarkeitsritual als Element der Morgenroutine

Eine andere Methode, um in einen solchen kraftvollen Zustand zu kommen, ist das Aufzählen und Wertschätzen von Dingen, für die man dankbar ist. Ich habe mir für dieses Ritual sogar einen eigenen Gegenstand zugelegt: Einen „Dankbarkeitsstein“, den ich mal am Meer gefunden habe. Diesen nehme ich in die Hände und drehe ihn darin, wenn ich mein Dankbarkeitsritual während meiner Morgenroutine praktiziere. Du kannst das Ritual aber auch ohne oder mit einem anderen Gegenstand deiner Wahl praktizieren.

Ich zähle täglich mindestens 20 Dinge auf, für die ich dankbar bin. Das können kleine oder größere Dinge sein, aber glaub mir: selbst in den düsternsten Stunden wird es immer noch mehrere Dinge geben, für die du dankbar sein kannst. Diese gilt es zu benennen und die aufgezählten Dinge auch emotional wertzuschätzen. Ich habe mich mithilfe dieser Methode schon aus so manchem Loch gezogen – ob ich wollte oder nicht! 😛

Eine Haltungsfrage

Allgemein hilft es, sich die folgende Haltung auf die Fahne zu schreiben: „Ich mache mir jede Situation so schön und angenehm, wie nur möglich.“ Dabei geht es definitiv nicht darum, nur in seiner Wohlfühlzone zu bleiben und keine Herausforderungen anzunehmen – ganz bestimmt nicht. Es geht darum, insbesondere in herausfordernden Situationen in Verbindung mit sich selbst zu bleiben und einen guten Kompromiss zwischen äußeren Gegebenheiten und inneren Bedürfnissen zu finden. Frag dich: Wie kann ich den Spagat zwischen beiden Polen gut meistern?

Um es mal etwas praktischer zu machen, hier ein persönliches Beispiel: Ich hatte in meiner Schulzeit und auch im jüngeren Erwachsenenalter mit sozialen Ängsten zu kämpfen. Diese Ängste haben mich davon abgehalten, am Schul- oder Seminarunterricht teilzunehmen, auf Veranstaltungen zu sein und neue Beziehungen einzugehen. Gleichzeitig hat mir die Isoliertheit meiner Komfortzone nicht nur gut getan, da ich mich ausgeschlossen gefühlt habe. Also habe ich mir angeeignet, in herausfordernden Situationen besonders gut für mich zu sorgen.

Das hieß beispielsweise erstmal, einfach mit dabei zu sein, ohne mir selbst Druck zu machen, mich großartig einbringen zu müssen. Das hieß, immer ein warmes Getränk und ausreichend Wasser in der Uni dabeizuhaben, weil mir das einfach gut getan, mich geerdet und für mehr gedankliche Klarheit gesorgt hat. Selbstfürsorge kann auch heißen, Dinge, die du so leistet, nicht für selbstverständlich zu nehmen, sondern besonders wertzuschätzen, wenn sie dir schwer fallen. Auch diesen Ansatz kannst du dir während deiner Routine regelmäßig in den Sinn rufen, sodass er dir auch im Alltag im Gedächtnis bleibt.

8. Bildung als Zweck deiner Morgenroutine

Diesen Punkt habe ich unter 5. beim Thema „Selbstwert“ schon angeschnitten, aber ich finde, es verdient ein eigenes Kapitel: Bildung. Selbstverständlich kann eine Morgenroutine auch den Zweck haben, dich regelmäßig weiterzubilden. Über welche Themenbereiche würdest du gerne mehr erfahren? Wo möchtest du dein Wissen weiter ausbauen und dich persönlich oder beruflich/künstlerisch weiterentwickeln? Gönn dir ein paar Minuten Zeit und schreibe einmal auf, wo dein Wissensdurst zu verorten ist.

Wenn du dir täglich 10 oder 20 Minuten (oder mehr oder weniger) für ein Buch deiner Wahl einplanst, kannst du dein Wissen konstant erweitern. Auch hier kannst du deinen Lesefortschritt tracken, wenn dich das zusätzlich motiviert.

9. Rahmung der künstlerischen Tätigkeit in Abgrenzung zum Alltag

Je deutlicher die Unterschiede zwischen Arbeit und Freizeit, umso besser! Doch auch ohne eigenes Studio lassen sich sinnliche Unterschiede bewusst erzeugen.

Auch das Framing deiner künstlerischen Arbeit in Abgrenzung zu deinem Alltag kann Teil deiner Morgenroutine sein – insbesondere, wenn du von zuhause aus arbeitest, und somit keine klare örtliche Trennung passiert. Eine klare Abgrenzung zum Alltag ist wichtig, damit du gut ins kreative Schaffen hineinfindest und dich im Anschluss auch wieder gut davon loslösen kannst.

Hierfür kannst du einige Hilfsmittel zu Hand nehmen. Das Beste wäre es, deine künstlerische Arbeit an einem Ort vorzunehmen, den du im Alltag nicht nutzt. Da das jedoch nicht immer möglich ist, kannst du versuchen, einen klaren Unterschied zwischen Alltags- und Arbeitsnutzung herzustellen. Hierfür kannst du am besten sinnliche Anker nutzen.

Das kann beispielsweise der Duft von einem ätherischen Öl deiner Wahl sein, dass du nur zum Arbeiten in einer Duftlampe* nutzt. Oder Musik deiner Wahl, mit der du deine künstlerische Arbeit einläutest und ausklingen lässt. Ebenso gut kannst du einen bestimmten Stuhl oder auch spezifische Klamotten nutzen, die du nur während deiner Arbeitszeit verwendest. Je deutlicher der Unterschied, desto besser! Das gilt auch, wenn Arbeit und künstlerisches Schaffen bei dir räumlich getrennt sind. Der sinnlich wahrnehmbare, deutliche Unterschied sorgt dafür, dass du Arbeit und Freizeit besser voneinander trennen kannst.

Sich wiederholende Abläufe haben zudem noch viele andere Vorteile, die man sich auch für die kreative Arbeit an sich zunutze machen kann. Zum einen nehmen sie einem viel Arbeit ab, weil man nicht ständig neu überlegen muss, was gleich als nächstes dran ist. Wer sich an einen durchdachten und in der Praxis erprobten Plan hält, gewinnt somit Zeit und kann sich auch schon im Vorfeld auf die Aufgaben eines Tages (oder einer Woche) einstellen. Das gibt zusätzliche Orientierung und Halt.

Eine klare Rahmung kann auch bedeuten, dass du feste Pausenzeiten hast, die sich mit deiner Arbeitszeit abwechseln. In dem du diese bereits im Vorfeld festlegst, sorgst du dafür, dass du dich nicht überarbeitest und dich hinterher völlig ausgelaugt fühlst. Auch habe ich festgestellt, dass sich anbahnende Pausen zu umso besseren Ideen und mehr Produktivität führen.

Somit kannst du das Morgenritual auch nutzen, um deine kreative Arbeitsphase einzuläutern und gut loszustarten.

Hinweise zur Erstellung deiner eigenen Morgenroutine

Grundsätzlich gilt: Die aufgezählten Bereiche sind nicht isloiert voneinander zu denken, sondern miteinander verwoben. Alle Elemente lassen sich vielfach verbinden und kombinieren. Wenn du dir eine eigene Morgenroutine zusammenstellen möchtest, experimentiere ruhig erstmal herum und schau, was dir überhaupt liegt und was du gut mit deinem Alltag verbinden kannst.

Und falls du Kinder oder wenig Zeit hast: Als Mutter zweier kleiner Kinder weiß ich, dass es gerade selbstständige Künstler*innen und Kreativschaffende häufig schwer haben, Zeit für sich zu finden. Daher fühl dich bitte nicht von den vielen Möglichkeiten unter Druck gesetzt. Schau, wie viel Zeit du dir für dich nehmen kannst oder ob du anstelle einer Morgenroutine eine kleine Abendroutine in deinen Alltag integrieren kannst. Für manche passt es auch, morgens etwas früher aufzustehen, um in Ruhe etwas für sich machen zu können.

Haben dir meine Tipps geholfen, um eine eigene Morgenroutine zu erstellen? Wenn ja, wie sieht diese aus? Wie viel Zeit nimmst du dir für dich? Ich bin sehr gespannt, von dir zu lesen!

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Magdalena Freese

Magdalena Freese

Kreativitätscoach

Hi, ich bin Magdalena und deine Ansprechpartnerin, wenn es um das Thema Kreativität geht. Als Coach für Künstler- und Musiker*innen (sowie andere Kreativschaffende) setze ich mich tagtäglich mit künstlerischen Blockaden und ihren Lösungsmöglichkeiten auseinander. Auf meiner Seite findest du jede Menge informative und hilfreiche Artikel zum Thema Kreativität, Kreativitätsblockaden und mentale Gesundheit. Schau dich gerne mal in meinen anderen Blogartikeln um.

Bei Fragen, Anregungen und eigenem Coachingbedarf kannst du dich gerne per Kontaktformular bei mir melden.

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