Veränderung funktioniert in Phasen

Jul 4, 2022

Ich habe letztens ein super spannendes Modell zum Thema Veränderung kennengelernt. Dieses unterteilt Entstehungs- und Veränderungsprozesse in sieben verschiedene Phasen, die in einer bestimmten Reihenfolge nacheinander ablaufen. Dabei lässt sich das Modell der Veränderung – auch bekannt als „Universal Cycle of Change“ – auf alle möglichen Lebensanspekte übertragen. Ob kreative Ideen, Beziehungen, berufliche oder persönliche Ziele und auch Krisen.

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Du kannst dir den Blogartikel auch als Podcastepisode anhören, falls du gerade etwas lesefaul ist.

Klingt spannend, oder? Schauen wir uns das Ganze dort einmal genauer an, um einen ersten Eindruck zu bekommen, worum es bei der Sache geht. Anschließend werde ich auf die einzelnen Phasen zu sprechen kommen.

Die 7 Phasen der Veränderung

Die sieben Phasen der Veränderung sind in die Abschnitte „Entstehung“, „Wachstum“, „Komplexität“, „Turbulenzen“, „Chaos“, „Loslassen“ und „Ruhe“ unterteilt. Diese beschreiben sieben verschiedene Zustände oder Stationen, die einem Kreislauf gleich angeordnet sind und sich universell auf die verschiedensten Lebensbereiche übertragen lassen. Sie können dabei helfen, ein besseres Verständnis des Status Quo zu gewinnen und notwendige nächste Schritte abzuleiten.

1. Station der Veränderung: Entstehung

In der ersten Phase dreht sich alles um den Neubeginn. Dieser kann durch eine kreative neue Idee, eine neue Beziehung, Familienzuwachs oder einen beruflichen Neuanfang ausgelöst werden. Vielleicht hast du die Idee, ein Buch zu schreiben, ein neues Album aufzunehmen oder ein neues Projekt mit jemandem anzugehen? Möglicherweise möchtest du dich als Künstler*in weiterentwickeln, mehr Zeit für dein Familienleben haben oder dir endlich ein finanzielles Polster aufbauen? Wie auch immer – der Entstehungsprozess kann einem Urknall gleichgesetzt werden, der das Potential in sich trägt, deine Vorstellungen real werden zu lassen.

2. Station: Wachstum

Wenn etwas wächst und sich zu entwickeln beginnt, fängt es auch zunehmend an, sich selbst zu organisieren und Form und Gestalt anzunehmen. Das gesamte System organisiert sich rund um die Entstehungsidee herum, was zu neuen Verhaltensmustern führt.

Ein Beispiel hierfür könnten erste Songentwürfe für dein neues Album sein, oder ein Thema für die nächste Bildserie, die sich in ersten Skizzen und Texten niederschlagen. Vielleicht beginnst du auch damit, besser mit deinem Geld zu haushalten oder mehr Zeit mit deiner Familie zu verbringen. Auf jeden Fall werden in dieser Phase schon erste Veränderung zu spüren sein, die mit deiner Idee zu tun haben.

3. Station: Komplexität

Je kontinuierlicher deine Idee wächst und an Form und Gestalt gewinnt, umso komplexer wird sie. Die Komplexität deiner Idee erreicht irgendwann den Punkt eines optimalen Zustandes. Das bedeutet, dass deine Ursprungsidee und das, was sich daraus entwickelt hat, produktiv, vielschichtig und routiniert ineinander greifen. Die Sache läuft einfach rund.

Beispiele hierfür sind fertig geschriebene Songs für dein Album, Bilder für deine nächste Ausstellung oder neue Strategien für deine Online Präsenz. Vielleicht sind es auch feste Tage, die du dir für deine Familie nimmst oder nur für dich selbst, um mal so richtig abzuschalten. Ausschlaggebend für diese Phase ist das Gefühl, dass sich die Dinge richtig anfühlen und in die richtige Richtung hin entwickeln.

4. Station: Turbulenzen

In der vierten Phase übersteigt das Ausmaß der Komplexität den Punkt des optimalen Zustandes, was zu Problemen oder auch „Turbulenzen“ führt. Diese sollten als wichtiges Feedback deiner Umgebung verstanden werden, die darauf hinweist, dass die erreichte Komplexität unter den aktuellen Umständen nicht länger getragen werden kann.

Die Dinge müssen sich ändern, um die nächste Stufe der Entstehung und des Wachstums einzuleiten. Kommt es zu keiner Änderung, oder ist diese nur unzureichend, so wird dies zwangläufig zu Chaos führen.

Beispiele hierfür sind Kommunikationsprobleme mit Menschen, mit denen du zusammenarbeitest. Hinweise sind Gefühle der Überforderung und Unzufriedenheit.

5. Station: Chaos

Turbulenzen, die verdrängt oder denen nicht ausreichend Beachtung gewidmet wurde, verstärken sich und führen zu Chaos. Das System beginnt, auseinanderzufallen – ein Zustand, der häufig als Krise bezeichnet wird. Diese kann persönlicher, beruflicher oder auch kollektiver Natur sein. Das Vorhaben dein Projekt zu einem schönen Ende zu bringen oder einer gemeinsamen Zukunft mit jemandem, droht zu scheitern.

Auch in der Natur lässt sich dieses Phänomen im Herbst beobachten. Nach Wachstum im Frühling und blühender Vielfalt im Sommer beginnt nun alles damit, zu verwelken und auseinanderzufallen.

6. Station: Loslassen und Veränderung erwirken

Wenn das Leben so komplex wird, dass dein Vorhaben so wie bisher nicht länger tragbar ist, ist es an der Zeit, loszulassen. Und nein, damit meine ich nicht, dass man alles sofort wieder verwerfen werden und den Kopf in den Sand stecken soll.

Oftmals sind es bestimmte Vorstellungen, Verhaltensweisen oder Erwartungen, auf die man sich festgenagelt hat, die allerdings nicht mehr hilfreich sind. Diese gilt es loszulassen und Veränderungen vorzunehmen, sodass sich wieder ein zusammenpassendes Ganzes ergibt. Dies kann sich durchaus als eine große Schwierigkeit entpuppen, sodass ein Coaching ratsam sein kann. Bei Bedarf kannst du dich hier über mein Angebot informieren.

Hinweis: Das Bild des Baumes, der im Herbst von seinen Blättern ablässt, lässt sich gut auf diese Phase übertragen. Was du nicht länger benötigst, darf gehen. Übrig bleibt das Wesentliche, aus dem später wiederum Neues hervorgehen kann.

7. Station: Ruhephase

Die letzte Station in diesem Modell markiert die Ruhephase. Diese steht für eine Zeit der Innenschau und Reflexion der vergangenen Ereignisse. Diese Phase ist wichtig, weil du in ihr das Erfahrene reflektierst und integrierst. Auch entscheidet sich hier, was du als Lernerfahrung mitnimmst und im nächsten Zyklus anders angehen wirst. Die Zeit des Rückzugs dient also zweierlei Dingen: Der Verarbeitung deiner gesammelten Erfahrungen und der Vorbereitung auf den nächsten Kreislauf.

Erkenntnisse aus dem Veränderungsmodell

Das Veränderungsmodell ist sehr allgemein gehalten und keine wissenschaftlich verifizierbares Ding. Dennoch finde ich, dass es ein sehr hilfreiches Bild liefert, in das man sich leicht einordnen kann. Es macht Veränderungsprozesse anschaulich und erkennbar. So kann es zu einem besseren Verständnis in Bezug auf künstlerische Projekte, die eigene Lebenssituation und in Krisen führen.

Mir ist wichtig, zu betonen, dass das Modell zwar Anhaltspunkte bietet, die Ausprägung der einzelnen Phasen jedoch sehr individuell ist. Versuche doch einmal selbst, dich in das Modell einzuordnen und dich zu fragen: Wo stehe ich eigentlich gerade ? Wohin habe ich mich in Bezug auf X (mein Ziel, meine Idee, mein Projekt) bewegt? Wozu neige ich in turbulenten und chaotischen Phasen? Ist es mir gelungen, den Punkt des optimalen Zustandes zu erkennen? Habe ich mir eine Ruhephase und Reflexionszeit gegönnt? Was ist mir gut gelungen, und was nehme ich für das nächste Mal daraus mit?

Vielleicht hilft dir das Modell (genauso wie mir), dich wiederzuerkennen und ein besseres Verständnis über dich selbst zu gewinnen.

Findest du das Modell ebenso hilfreich wie ich? Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen. Ich freue mich über deine Rückmeldung.

Magdalena Freese

Magdalena Freese

Kreativitätscoach

Hi, ich bin Magdalena und deine Ansprechpartnerin, wenn es um das Thema Kreativität geht. Als Coach für Künstler- und Musiker*innen (sowie andere Kreativschaffende) setze ich mich tagtäglich mit künstlerischen Blockaden und ihren Lösungsmöglichkeiten auseinander. Auf meiner Seite findest du jede Menge informative und hilfreiche Artikel zum Thema Kreativität, Kreativitätsblockaden und mentale Gesundheit. Schau dich gerne mal in meinen anderen Blogartikeln um.

Bei Fragen, Anregungen und eigenem Coachingbedarf kannst du dich gerne per Kontaktformular bei mir melden.

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